Gegnerbetrachtung mit ‚Hör mal Werder hämmert’

1. Bremer Ambitionen

Frage:

In den letzten fünf Jahren belegte der SV Werder Bremen die Tabellenplätze 11, 8, 13, 10 und 12 der 1. Bundesliga. Für diese Saison scheint man sich etwas mehr vorgenommen zu haben. Auch wenn der Europa-League-Platz wahrscheinlich nicht fest eingeplant wird, so scheint er zumindest als ambitioniertes Ziel ins Auge gefasst zu werden. Dieser Optimismus macht sich meistens an einer Mischung der Faktoren Trainer, Transfers und allgemeiner Qualität des Kaders fest. Um konkret zu werden: wie optimistisch seid ihr, vier der folgenden zehn Mannschaften in der Tabelle hinter euch zu lassen, warum und welche davon?
München, Dortmund, M'Gladbach, Leipzig, Frankfurt, Hoffenheim, Berlin, Wolfsburg, Schalke, Leverkusen.

Hör mal Werder hämmert:

Unser Optimismus war vor den letzten drei Niederlagen natürlich deutlich größer, dass das vor der Saison ausgegebene Ziel Europa League erreicht werden kann. Für viele von uns Bremern ist es sicher gut, dass man wieder ein bisschen mehr auf dem Teppich ist. Dennoch glauben wir vor allem fest an die Qualität des Trainers, der die Konsequenzen aus diesen Niederlagen ziehen und hoffentlich im nächsten Spiel wieder punkten wird (sorry an euch, falls das so kommen sollte). München, Gladbach, Dortmund sowie vermutlich auch Leipzig und Hoffenheim werden am Ende der Saison vor uns landen. Natürlich sind Schalke und Leverkusen weit unter ihren Erwartungen in die Saison gestartet und genau das ist der Punkt, der bei der Zielvorgabe vor der Saison angesprochen wurde: Wenn andere schwächeln, wollen wir da sein. Wolfsburg und Berlin sollte man (hoffentlich) hinter sich lassen können (vor Wolfsburg zu stehen ist aufgrund „der Nummer 1 im Norden“ eine Pflichtaufgabe!).

2. Favorit am Sonntag?

Frage:

Freiburg und Bremen hatten in letzter Zeit sehr ähnliche Gegner, wodurch man die aktuellen Verfassungen recht gut vergleichen kann. Beide Mannschaften hatten große Probleme mit der Mainzer Raute. Gegen Gladbach zeigten ebenfalls beide ein ganz gutes Spiel, auch wenn sie sehr unterschiedlich ausgingen. Der Sportclub gewann mit 3:1, Bremen verlor 1:3. Den nächsten Gegner der Bremer (FC Bayern) hat Freiburg schon hinter sich und konnte einen Punkt auswärts holen. Trotz der etwas schlechteren Form seht ihr euren Lieblingsverein wahrscheinlich als Favorit am Sonntag?

Hör mal Werder hämmert:

Wir hoffen sehr, dass wir die Länderspielpause gut nutzen konnten, um aus der schlechten Form heraus zu kommen. Kohfeldt wird die Mannschaft gut auf den Gegner eingestellt haben, gerade er nagt bei einer Niederlage am meisten an sich und der Taktik. Der kurzfristige Ausfall von Bargfrede tut natürlich gerade jetzt besonders weh und auch die Ergebnisse der Freiburger sind doch fast schon Angst einflößend. Nach dem neuen Verständnis sollten wir uns als Favoriten sehen, aber aktuell sind es eher zwei Teams auf Augenhöhe. Natürlichen hoffen wir trotzdem auf das bessere Ergebnis für die Grün-Weißen.

3. Petersen und Fin..., äh, Kruse

Frage:

Die beiden Klubs haben eine nette, kleine Verbindung durch ihre Ex-Stürmer, welche in der letzten Saison allerdings jeweils eine etwas größere Rolle spielten als in der bisherigen. Nils Petersen ist noch nicht ganz so treffsicher wie zuvor und hatte mit Verletzungen zu kämpfen. Was ist momentan mit Max Kruse los, der erst 2 Tore und 2 Vorlagen beisteuern konnte? Auf wen sollte man stattdessen achten?

Hör mal Werder hämmert:

Kruse läuft seinem Können zurzeit tatsächlich hinterher. Trotzdem bleibt er ein Schlüsselspieler, weil seine teilweise genialen Einfälle im Spiel auch aus dem Nichts kommen können. Zusätzlich haben wir da einfach einen super Typen als Kapitän, der selbst schnell zu seiner normalen Form zurückfinden will (auch wenn Schnelligkeit nicht seine Stärke ist).
Zurzeit ist es bei Werder schwer einen Spieler deutlich hervorzuheben, weil es vor allem als Mannschaft funktioniert und verschiedenste Spieler hin und wieder so zu ihren Momenten kommen. Aber wenn wir jetzt explizit einen Spieler nennen müssten, dann wäre es wohl Maxi Eggestein, der diese Saison über sich hinauswächst. Sonst “nur” der laufstärkste Spieler zeigt er jetzt, dass er auch weiß, wo das Tor steht. Gerade aus der Distanz ist er unsere neue Waffe.

4. Bremer Herangehensweise

Frage:

Die letzte sportliche Nachfrage: Habt ihr eine Prognose zu Spielanlage, Spielsystem und Startaufstellung zum Spiel am Sonntag?

Hör mal Werder hämmert:

Werder wird vermutlich viel Ballbesitz haben wollen und mit spielerischer Dominanz versuchen, Lücken damit zu finden. Werder wird vermutlich im 4-3-3 spielen, wie üblich mit den beiden sehr offensiven Außenverteidigern Gebre Selassie und Augustinsson, innen Moisander und Veljkovic. Davor ersetzt Sahin den verletzten Bargfrede, gefolgt von Maxi Eggestein und Klaassen. Vorne könnten wir uns vorstellen, dass Kruse begleitet von Kainz und Harnik stürmen wird. Doch meistens hört Kohfeldt sowieso nicht auf uns, also nicht drauf wetten.

5. Bremer Fanthema

Frage:

Zum Abschluss noch ein kleines Lob (und Empfehlung für die Leser) für die reichhaltigen Angebote der Bremer Internet-Szene. Bei Deichstube analysiert Tobias Escher Bremens Spiele, es gibt euren Podcast, der sogar zweimal die Woche erscheint und der Blog von vert et blanc schreibt hervorragende, also tatsächlich kritische Texte. Zu einem dieser Texte würde ich auch gerne abschließend eine kleine Nachfrage stellen. In „Kein ‚Sieg’ für Werder“ (kleiner Teaser: Volker Finke kommt im Text vor) wird der in deutschen Stadien beliebte Ruf „Sieg“ angeprangert. Wenn ich es richtig verfolgt habe, gab es daraufhin sogar ein Plakat einer Ultra-Gruppierung, die forderte, dass man das kollektive Sieg-Gegröle einstellen soll. Wie steht ihr dazu und könnt ihr mir – als halbwegs regelmäßige Stadiongänger – sagen, ob diese Kritik Wirkung zeigte?

Hör mal Werder hämmert:

Wir waren selbst auch genervt von den „Sieg”-Rufen im Stadion und sind deswegen froh, dass vert et blanc das angesprochen haben. Leider wurde seit dem Aufruf von vert et blanc kein Heimspiel mehr mit uns als Stadiongästen gewonnen, sodass wir keine persönlichen Eindrücke schildern können. Doch anscheinend gab es weiterhin einige „Sieg“-Gesänge, obwohl sich Ultra-Gruppierungen ebenfalls gegen diese Gesänge äußerten. Vermutlich benötigt so ein Vorgang ein paar Wochen und vor allem mal wieder ein paar Heimsiege und dann sehen über die Zeit die Letzten ein, dass man solche Erfolgserlebnisse auf so viel schönere Art und Weise feiern kann.

 

 

 

Zu finden sind die beiden Podcaster „auf Twitter unter @werderhaemmert und zu hören auf Spotify, iTunes, Deezer, in jedem Podcatcher und wenn ihr richtig steht, auch in der Bremer Ostkurve.“

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